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Stimmen aus dem Buchhandel zur Lage der mittelständischen und kleineren Verlage
“Doch wer sich die Produktion der Kleinverlage ansieht, kann die kreative Chance der Kleinverlage nicht übersehen. Dort können Themen und Autoren entdeckt werden.
Die Verlagskonzentration wird zu einer Uniformität der Programme führen, die Risikobereitschaft der Unternehmen nimmt ab. Auf der anderen Seite ist die Konzentration aber auch eine Chance, da die kleinen Verlage noch experimentierfreudiger sein werden und sein müssen. Ein Problem, das wir heute schon haben, ist allerdings, daß viele Kleinverlage Autoren aufbauen, die dann später zu den Großen abwandern.
Es wird schwieriger, doch kleine Verlage werden ihren Platz behaupten, da sie, was das Programm anbelangt, eine Vorreiterrolle spielen. Es ist doch heute schon so, daß sich die Großen ganz genau ansehen, was die Kleinen machen. Die schwierige Position der Kleinverlage im Sortiment dürfte sich allerdings kaum verbessern.
Die Verlagslandschaft wird in fünf Jahren im wesentlichen aussehen wie heute. Die großen Verlagshäuser kaufen zwar dazu, doch auch in Zukunft wird es mittelgroße Verlage noch geben. (...) Wenn die Kleinverlage sich auf das konzentrieren, was sie am besten können, nämlich Programme machen, dann haben sie immer eine Chance. Jede Konzentration hat ja auch ihre Gegenbewegung, die schon jetzt in den Buchhandlungen zu spüren ist: Die Sortimenter reagieren auf die Gleichheit der Programme aus den großen Häusern geradezu gereizt.
(Die Berliner Autorin Katrin Rohnstock) ist mit großen und kleinen Verlagen im Geschäft. ( ... ) Daß die Autorin ihre Bücher in den bayerischen Sortimenten trotzdem nicht fand, könnte an der politischen Orientierung des Verlags liegen.
Selbst ein Autor wie Wolfgang Bittner aus Köln, dessen Bücher regelmäßig bei den Großen, wie etwa Bertelsmann, erscheinen, kommt bei den kleinen (Verlagen) ins Schwärmen. Seine Haltung macht er an Begriffen wie Nähe, Freundlichkeit, Experimentierfreude und Gefühl fürs Innovative fest.”
Zitiert aus Börsenblatt, Nr. 85 vom 23.10.1998, S. 34-38, Statements von Christa Winkelmann, Thomas Bleicher, Sabine Kemna, Dietrich zu Klampen, Dr. Margot Krempien, Regine Möbius.
“Auch Goethe zahlte für seinen Werther zuerst drauf” Artikel aus der Frankfurter Rundschau (benötigt das Acrobat Reader-Plugin von Adobe Inc.).
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